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Unser Weblog: Subjektive Kommentare und Ansichten zum Zeitgeschehen im Web.

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Google rettet die Anfahrtsskizze


War in den frühen Jahren des Webs eine gescannte Anfahrtskarte noch auf jeder geschäftlichen Website obligatorisch, kam es in den letzten Monaten für immer mehr Webmaster zu einem bösen Erwachen: Reihenweise flatterten Abmahnungen in die Postkästen ahnungsloser Nicht-Juristen. Findige Anwälte nutzten den auf den ersten Blick nicht leicht ersichtlichen Copyright-Verstoß zum finanziellen Nebenerwerb. Denn natürlich haben Hersteller von Landkarten die gleichen Rechte an Ihren Veröffentlichungen wie die Urheber von Musikstücken. Daraufhin verschwanden viele Anfahrtsskizzen, da sich die Webmaster zum einen vor Repressalien schützen, zum anderen aber auch keine hohen Kosten für die rechtmäßige Nutzung der Karten tragen wollten.

Googles clevere Idee
Die schon schon seit Februar 2005 in den Gewässern der Routenplaner fischende Suchmaschine Google wittert hier Ihre Chance. Als Ergänzung zum Navigationsdienst "Google Maps" bietet die Firma nun auch eine offene Schnittstelle für Programmierer an. In wenigen Sekunden kann zu einer frei wählbaren Adresse ein Stück HTML-Code zur Einbindung in eine Website generiert werden. Dort erscheint dann eine Box mit der näheren Umgebung der Adresse, frei skalierbar wie von Navigationssystemen gewöhnt. Zwar bietet Google dieses Goodie derzeit nur für die USA und England an, für den Rest der Welt gibt es aber schon hoch auflösende Satellitenfotos. Und es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis das von TeleAtlas bereit gestellte Kartenmaterial (bekannt durch Map24.de) auch auf Deutschland ausgeweitet wird.

Doppelter Nutzen
Ist der Nutzen für den Webmaster noch klar ersichtlich, stellt sich doch die Frage nach der Intention von Google, den Dienst kostenlos zur Verfügung zu halten. Doch die Amerikaner haben sehr wohl auch etwas von Ihrem Angebot. Für jede den Service nutzende Website muß ein eigener HTML-Code erstellt werden. Google kann so also die Verbindung von realer Adresse und Internetseite speichern um so seine Datenbank um wertvolle geografische Bezüge zu erweitern. Durch die Zuordnung realer Adresse zu Domainnamen ist das Unternehmen aus Mountain View gerüstet für das "Next Big Thing" der Suchmaschinen: Die Einbeziehung von Ortsinformationen in die Relevanzbewertung von Webseiten. Denn ein in Google nach "Friseur" suchender Kölner wird sich natürlich eher für einen Figaro aus seiner Stadt interessieren, als für dessen Konkurrenz aus München.

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